11. März 2026

Wenn Organisationen nicht entscheiden.

Analysen liegen vor. Optionen sind bekannt. Und trotzdem bewegt sich nichts. Warum Entscheidungsblockaden entstehen und was Organisationen strukturell dagegen tun können.

Es liegt selten am fehlenden Wissen. Meist an den Bedingungen, unter denen entschieden werden soll.

Ich beobachte es seit 25 Jahren. In KMU, in Familienunternehmen, in Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten.

Nicht Unwissen blockiert Organisationen. Sondern Entscheidungsunfähigkeit.

Analysen liegen vor. Optionen sind bekannt. Und trotzdem bewegt sich nichts.

Was eine neue Studie zeigt.

Im März 2026 hat das KOF Institut der ETH Zürich gemeinsam mit der FHNW, der EPFL und der Universität St. Gallen eine umfassende Studie zum Innovationsverhalten Schweizer Unternehmen veröffentlicht.

Das Ergebnis ist ein Weckruf: Produzierende Unternehmen in Pharma, Medizintechnik und IT führen durchaus radikale Innovationen ein. Aber grosse Teile der Dienstleistungswirtschaft und viele KMU innovieren nur schrittweise. Transformative Innovationen bleiben die Ausnahme. Nicht weil die Ideen fehlen. Sondern weil hohe Kosten, regulatorische Unsicherheit und fehlende Entscheidungsgrundlagen mutige Schritte unattraktiv machen, insbesondere für Unternehmen ohne eigene Forschung und Entwicklung.

Was die Studie als Innovationsproblem beschreibt, ist in der Praxis ein Entscheidungsproblem.

Was wirklich blockiert.

In meiner Praxis zeigen sich drei wiederkehrende Muster.

  • Erstens: Zu viele Menschen müssen zustimmen. Was als Partizipation gedacht ist, wird zur Lähmung. Wer alle einbezieht, entscheidet am Ende niemanden.
  • Zweitens: Verantwortung ist unklar. Entscheidungen werden besprochen, aber nicht zugewiesen. Das Ergebnis: alle fühlen sich zuständig, niemand ist es.
  • Drittens: Die Konsequenzen sind spürbar, die Zuständigkeit nicht. Wer entscheidet, trägt Folgen. Wer Folgen fürchtet, entscheidet nicht.

Was Entscheidungsarchitektur ändert.

Entscheidungsarchitektur fragt nicht: Welche Entscheidung ist richtig?

Sie fragt: Wer entscheidet? Mit welchem Mandat? Auf welcher Grundlage? Und wer trägt die Konsequenz?

Strukturen helfen. Doch sie tragen nur, wenn die Menschen dahinter Verantwortung nicht delegieren, sondern leben.

Daran arbeite ich. Seit 25 Jahren.

Quellen:

  • Barjak, F., Heimsch, F., Cornet, B., Foray, D., Wörter, M. & Schenckery, A. (2026). New innovation models in Switzerland. Report im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). FHNW / KOF ETH Zürich / EPFL / Universität St. Gallen. Publiziert 2. März 2026.

Weiterführende Seiten auf bernhardschweizer.ch:

Entscheidungsfindung unter Unsicherheit: bernhardschweizer.ch/fur/entscheidungsfindung/ 

Für Entscheider:innen: bernhardschweizer.ch/fur/entscheiderinnen/ 

Organisationsentwicklung: bernhardschweizer.ch/angebot/organisationsentwicklung/

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