Wenn die Führungsrolle nicht zur Person passt


Female Leadership Coaching in der Schweiz, für Frauen in Führungsverantwortung, die ihren eigenen Weg gehen. Nicht was Führung allgemein bedeutet, sondern was sie für die Einzelne bedeutet.


Die Situation: Kompetent, respektiert, und trotzdem nicht bei sich


Eine Inhaberin übernimmt die Leitung eines Schweizer KMU. Fachlich ausgewiesen. Von den Mitarbeitenden respektiert. Und mit einem konstanten Unbehagen in der Führungsrolle.

Nicht weil es nicht läuft. Sondern weil die Art zu führen sich fremd anfühlt. In schwierigen Gesprächen zieht sie sich zurück, obwohl Klarheit gefragt wäre. In Meetings übernimmt sie einen Ton, der nicht ihrer ist. Und die Frage, die sie beschäftigt: Bin ich hard enough?

Eine Frage, die ihr niemand gestellt hat. Die aber in ihr sitzt.

Die Arbeit: Was den eigenen Führungsstil ausmacht


Sechs Monate, drei Phasen.

Zuerst: Herausfinden, wann sie sich in ihrer Führungsrolle am stärksten gefühlt hat. Nicht theoretisch, anhand von drei konkreten Situationen. Was dabei auffiel: Die stärksten Momente waren jene, in denen sie sich am unkonventionellsten verhalten hatte.

Dann: Vier Führungsprinzipien in eigenen Worten formulieren. Kein Konzept. Ein Kompass.

Danach: Arbeit an zwei konkreten Situationen, in denen Klarheit gefragt war, ohne laut zu werden.

Am Ende: anonymes Feedback aus dem Team. «Klarer» und «direkter» bei gleichbleibendem Respekt. Das war die Rückmeldung.

Was sich verändert hat


Sie führt heute nicht lauter. Präziser. Das klingt wie ein kleiner Unterschied. Im Betrieb ist es ein grosser.

Weniger eskalierte Konflikte, weil früher angesprochen wird. Mehr Eigeninitiative im Team, weil Raum gelassen wird, ohne unklar zu sein. Und die Frage «Bin ich hard enough?» kommt nicht mehr.


«Ich habe aufgehört zu versuchen, eine bestimmte Art von Führungsperson zu sein. Und angefangen, meine eigene zu sein. Das klingt einfach. Es war jedoch das Schwerste.»

Inhaberschaft und Leitung, KMU Deutschschweiz


Was diese Situation zeigt

Frauen in Führung hören diese Frage oft. Manchmal heisst sie: Bin ich taff genug. Manchmal: bestimmt genug. Es sind keine Fragen der Härte. Es sind Fragen, die entstehen, wenn ein fremdes Führungsbild übergestülpt wird.

Führung, die nicht zur Person passt, kostet. In Energie. In Entscheidungsqualität. Im Vertrauen des Teams. Das ist kein Persönlichkeitsproblem. Es ist eine Frage der Klarheit darüber, was die eigene Führung ausmacht.

Daran arbeite ich. Seit 25 Jahren.

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